Fruchtbarkeitserhaltende Maßnahmen vor der Behandlung einer schweren Erkrankung wie Krebs, werden in unserer Gesellschaft immer wichtiger. Dafür gibt es mehrere Gründe. So sind die Heilungsraten dieser Erkrankungen dank modernster und verbesserter Therapien gestiegen. Durch die effektive Bekämpfung von Krebszellen werden häufig die Eierstöcke und Hoden geschädigt (Gonadotoxizität). Aber auch das Alter der Erstgebärenden steigt seit Jahrzehnten an und viele Männer und Frauen haben zum Zeitpunkt der Diagnose einer schweren Erkrankung noch nicht mit der Familienplanung begonnen, oder haben sie noch nicht abgeschlossen.
Mit schweren Erkrankungen sind in erster Linie Krebserkrankungen gemeint, aber auch rheumatische Erkrankungen, wie z.B. der systemische Lupus erythematodes (SLE) fallen darunter. Es gibt auch andere Diagnosen bei denen es sinnvoll ist, über einen vorsorglichen Erhalt der Fruchtbarkeit zu sprechen (z.B. beim Turner-Syndrom).